Ich kenne mich mit dem Spiel nicht mehr aus. Wenn zwei über Fußball reden, kommen drei Meinungen heraus. Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Gegners. Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist. Unser größter Gegner sitzt in der eigenen Kabine. Fußballer sind schöpferische Wesen. Die erschließen sich ständig neue Gebiete, auf denen sie Fehler machen können. Alle Fußballer sind Sausäcke.
Wir müssen das Spiel noch mal Paroli ziehen lassen. Ich glaube nicht, dass wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre. Wir haben 99 Prozent des Spiels beherrscht. Die übrigen 3 Prozent waren schuld daran, dass wir verloren haben. Manchmal muss man im Fußball auch mal ein Tor schießen. Wir dürfen nicht mehr Tore kassieren als der Gegner schießt. Da spielen wir hinten drei gegen eins und jeder wünscht dem anderen viel Glück. Wer sich die Butter vom Brot nehmen lässt, muss Wasser saufen.
Wenn das Spielsystem verschwimmt, schwimmt der Trainer. Für uns war die Trainerfrage nie eine Trainerfrage. Das ganze Team steht hinter dem Trainer, aber ich kann nicht für den Rest des Teams sprechen. Fußball kann offenbar auch der interessante Test sein, wie es elf Mann innerhalb 90 Minuten gelingt zu gleicher Zeit und gleich tief gelingt, ein kräftiges Nickerchen zu machen. Aber dazu brauchen meine Jungs doch nicht einen wie mich zum Trainer! Ich habe der Mannschaft bis Montag freigegeben, weil ich sie nicht mehr sehen kann.
Manche von uns haben sich in der zweiten Halbzeit bewegt – unter der Rasenkante. Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich. Es kann nicht unser Ziel sein, um den 18.Tabellenplatz zu spielen.
Wer hinten steht hat das Pech der Glücklosen. Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß! Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.
Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muss man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wiederholen! Ohne Ball kann man nicht spielen, also muss man ihn sich erkämpfen. Da krieg ich so den Ball und das ist ja immer ein Problem. Wir können so was nicht trainieren, sondern nur üben. Wir haben heute nur unsere Stärken trainiert. Deshalb war das Training auch nach fünfzehn Minuten vorbei. Ich würde uns durchaus mit Bayern München vergleichen, Nur, dass wir die Tore kassieren, die die schießen.
Nach dem Abpfiff ist das Spiel vorbei. Der Mut ist die Hoffnung des Gedankens. Ich genieße den Abstieg hier. Ich habe nie die Verzweiflung verloren. Wir stecken mitten im Abschiedskampf. Abgestiegen ist man, wenn man abgestiegen ist. Der Sarg ist zu, wenn der letzte Silbernagel drin ist. Mit Sprüchen wurde noch nie ein Spiel gewonnen . Man muss den Fuß auf die Beine stellen. Ich habe noch nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt. We have to fight weiter. Ich sehe mich als Toten, der wieder aufersteht.
(Zusammengestellt mit Hilfe von „Ein Tor würde dem Spiel gut tun – Das ultimative Buch der Fußballweisheiten“, zusammengestellt von Ben Redelings)