Sommerfest (2012)

»Woanders weiß er selber, wer er ist, hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.«

»Storys, ehrlich, wo du hinguckst. Die liegen praktisch auf der Straße, die musst du nur aufheben!« Frank Goosens neuer Roman zelebriert ein Heimatwochenende voller skurriler Figuren – mit Fußball und Musik, mit großen Entscheidungen und viel Gefühl.

Onkel Hermann, der seit dem Tod von Stefans Eltern in Bochum die Stellung hielt, ist gestorben, und Stefan muss zurück in die Heimat, um das kleine Bergarbeiterreihenhaus seiner Familie zu verkaufen. Zwei Tage, den Termin mit dem Makler hinter sich bringen, sich mit ein, zwei Leuten treffen, die es verdienen, und schnell wieder zurück nach München, ins wahre Leben. Rein, raus, keine Gefangenen. Das war der Plan. Doch schneller als man es für möglich hält, wird man in der Enge der Heimat zu Erinnerungen und Entscheidungen verurteilt.Just an diesem Wochenende wird die Sperrung der A40 im Ruhrgebiet zum kulturellen Happening, dessen Sog Stefan sich nicht entziehen kann. Und alle sind sie da, alle, mit denen er aufgewachsen ist: Toto, der Ver sager, Diggo, sein brutales Herrchen, Frank, der Statthalter, Karin, die Verwirrmaschine, Omma Luise, die Frau, die alles mitgemacht hat. Und Charlie. Sandkastenfreundin, nicht-leibliche Schwester, Jugendliebe. Keine Frau kennt Stefan so gut – und wegen keiner Frau ist er so viele Jahre einem Ort ferngeblieben ...Ein rasanter Roadtrip durch den »Pott« von heute; ein urkomischer Roman voller Wehmut und Tiefgang. Cool und sentimental, derb-witzig und warmherzig. Frank Goosen ist ein Meister der Zwischentöne und versteht es wie kein anderer, auf unbeschwerte Weise die großen Lebensthemen zu verhandeln.

  • Sommerfest
  • Roman
  • 320 Seiten, gebunden
  • Euro (D) 19,99 | sFr 28,90 | Euro (A) 20,60
  • ISBN 978-3-462-04386-0
  • Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 16. Februar 2012

  • Hörbuch (CD)
  • Euro (D) 22,95
  • Roofmusic/tacheles!

Erscheinungsdatum: März 2012

Radio Heimat (2010)

Der Autor und Kabarettist bringt uns in seinem neuen Buch Bochum und das restliche Ruhrgebiet so nah, dass man als Auswärtiger richtiggehendes Fernweh bekommt und als „Eingeborener“ sich und seine Gegend mit ganz neuen Augen sieht. Wobei, Gegend gibt’s ja im Ruhrgebiet gar nicht so viel und die ist auch nicht so wichtig, denn - das Wichtige sind die Leute. Ein nicht besonders höflicher, aber dafür sehr direkter Menschenschlag, der das Herz am rechten Fleck trägt und sich einer lebendig-bildhaften Sprache befleißigt: Kinder und kleine Menschen heißen dann mal gerne "Furzknoten", weniger attraktive Frauen "Schabracken" und ebensolche Männer "Schäbbige". Auch Begrüßungen à la "Ey Jupp, du altes Arschloch!" sind durchaus freundlich, ja geradezu ehrerbietig gemeint. Das typische Brauchtum des Ruhrgebiets weckt auch bei Lesern aus anderen Gefilden nostalgische Erinnerungen: an den ersten Klammerblues im elterlichen Partykeller, die unaufgeregte Idylle der Schrebergärten, das erste eigene Auto (auch wenn es nur ein Kadett mit durchgerosteter Hauptantriebswelle war). Den ganz eigenen Charme des Potts machen natürlich auch lukullische Spezialitäten aus – allem voran natürlich Currywurstpommesmayo, wobei auch die Riesenbockwurst aus Goosens Stammkneipe zu Ehren kommt, kneipenintern übrigens nur "Jungferntraum" geheißen. Die Frage, warum das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas 2010 geworden ist, stellt sich nach Lektüre dieses Buchs definitiv nicht mehr - schließlich ist "woanders auch scheiße."

In der vierten Woche nach Erscheinen landet "Radio Heimat" bereits auf Platz 3 der SPIEGEL-Bestseller-Liste.

    Shirts und mehr zum Thema Radio Heimat der neuen Goosen-Edition hier.

Weil Samstag ist (2008)

„Weil Samstag ist“ versammelt die besten Fußballgeschichten des Bochumer Autors und Kabarettisten Frank Goosen endlich in einem Band. Hier schreibt der bekennende Ruhri über die Leidenschaft für den Fußballsport im Allgemeinen und zu den Blüten, den diese Leidenschaft gerade zwischen Duisburg und Unna, Recklinghausen und Hattingen treibt, im Besonderen. Es geht um die noch immer berühmten, die leider vergessenen und die nie gekannten Helden, ums Gewinnen und Verlieren und wie man das alles an seine Kinder weiter gibt. Goosen gibt ungeübten Zuschauern mit dem „Kleinen Stadionknigge“ einen Leitfaden an die Hand, wie man sich während eines Spiels zu benehmen hat, er berichtet von bekloppten Engländern, die mit dem Taxi quer durch Europa zum Champions-League-Endspiel fahren und von den Schwierigkeiten, Eintrittskarten für die Weltmeisterschaft zu bekommen. Er trifft gegnerische Fans auf der Stadiontoilette, geht fremd mit Wacker Burghausen und denkt sogar in New York nur an seinen Heimatverein.

So viel Zeit (2007)

Sex & Drugs & Rock 'n' Roll! Das war seit der Schulzeit der Traum von Konni, Thomas, Rainer und Bulle. Nun sind die Vier in den besten Jahren. Außer ihren Doppelkopfabenden haben sie kaum noch etwas gemeinsam. Jeder hat sich auf seine Weise mit dem bürgerlichen Dasein abgefunden. Schicksalsschläge wie Scheidungen oder der Tod einer Partnerin haben sie ebenso hingenommen wie das tägliche Einerlei ihrer Affären und ihrer Jobs. Aber das kann es doch nicht gewesen sein! Wie wäre es, wenn sie ihren alten Freund Ole aus seinem Berliner Exil zurück nach Bochum holen und mit ihm den alten Jugendtraum wiederbeleben – als Rock-Band auf der Bühne zu stehen und die alten Seventies-Klassiker zu röhren. Und die fünf in die Jahre gekommenen Jungs wissen dann auch ganz genau, wo die größte Party steigen muss: Auf dem Abi-Treffen, fünfundzwanzig Jahre danach.

Ein Roman voller Musik und guter Laune, einigen traurigen Wahrheiten und dem charmanten Beweis, dass Tony Parsons doch recht hat: Musik ist nicht dazu da, die Welt zu retten, Musik ist dazu da, dir das Leben zu retten.

Sechs silberne Saiten (2006)

Holger ist nicht mehr ganz jung, aber er braucht als abgebrochener Student das Geld noch immer. Deshalb verdingt er sich, angetan mit rotem Wams, Perücke und Bart, im Supermarkt als Weihnachtsmann. Nach Dienstschluss am 24. Dezember trifft er auf einen Kollegen, bei dem der Zupftest erstaunlicherweise ergibt: Bart und Haartracht sind echt. Und der Typ spielt auf seiner mit sechs silbernen Saiten bespannten Gitarre hinreißende Country-Songs, eine echte Alternative zu Wham und Bono. Als dann an diesem öden, schneegrieseligen Nachmittag des Heiligen Abends endgültig alles in Holgers Leben schiefzulaufen droht, scheint jemand im Hintergrund die Fäden zu ziehen und alles zum Guten zu wenden ... Sollte es IHN wirklich geben?

Pink Moon (2005)

»Auf dem Bild sehen Sie so aus, als würden Sie gleich eine der Flaschen nehmen und an die Wand werfen«, hatte Evelyn gesagt, als sie Abzüge ihrer Fotos präsentierte, die sie am Tag zuvor im PINK MOON gemacht hatte: Felix alleine, Felix zusammen mit Walter, seinem Schulfreund und Geschäftsführer, die Bar, die grobkörnigen Fotos von Nick Drake, Tim Buckley und Gram Parsons im Hintergrund, das PINK MOON in der Totalen. Im Übrigen fand Felix nicht, dass er aggressiv wirkte. Oder unglücklich. Warum auch? Probleme hatten doch nur den anderen. Wie sein ebenso geheimnisvoller wie zutraulicher Nachbar Renz. Oder sein Tennispartner Wöhler. Und vor allem seine Mutter, die Zeit ihres Lebens ihrer großen Liebe nachgetrauert hatte, seinem Vater, dem Held und großartigen Tänzer, der kurz nach Felix’ Geburt für immer verschwand. Die ihre große Sehnsucht mit unglücklichen Affären stillte. Und die ihm ein Restaurant geschenkt hatte, das ihn nicht brauchte. So genießt Felix ein Leben als stiller Teilhaber – bis er eines Tages an einer Straßenecke einem Mann gegenübersteht, von dem er weiß, dass es sein vor Jahren verstorbener, unbekannter Vater ist... Lakonisch und mit großer Souveränität erzählt Frank Goosen die Geschichte von Menschen, die auf der Suche nach den kleinen und großen Geheimnissen ihrer Vergangenheit sind. Und die finden, was sie nie verloren glaubten.

Mein Ich und sein Leben (2004)

Beim Sex auf der Halde gezeugt, erlebt Frank Goosen eine Kindheit in der orangenen Zeit der Siebziger und eine Jugend in der bleiernen Zeit der Achtziger. Er erlebt die Nöte der Pubertät und die Qualen zahlreicher Zweierbeziehungen, bis er schließlich ohne weitere Gegenwehr geheiratet wird (um wiederum Glück und Glanz des Vaterseins zu empfinden). Keine Lebensphase des praktizierenden Komikers Frank Goosen entgeht der zugespitzten, lachtränenerzeugenden Beschreibung: Die Erinnerungen an die Schulkumpels Mücke und Pommes, peinliche Liebesnächte und verstörend schlechte ehemalige Lieblingsmusik. Aber auch der entsetzliche Dia-Abend mit aus dem Urlaub heimgekehrten Freunden wird gewürdigt. Goosen lässt sein Ich in immer neue Rollen schlüpften, jede so wiedererkennbar wahr, dass sie ebenso gut erfunden sein könnte. Erstmals in Buchform erscheinen nun Frank Goosens gesammelte Erzählungen, Glossen, Kolumnen und Kurzgeschichten in einem Band. Ein fulminanter Nachlach zu Lebzeiten.

Fritz Walter, Kaiser Franz und wir - Unsere Weltmeisterschaften (2004)

Wie Onkel Heinz’ Geburtstagsfeier 1966 vom Wembley-Tor verdorben wurde. Wie die erste Freundin dafür sorgte, dass man das dramatische Halbfinale gegen Frankreich 1982 verpasste. Und wie Gerd Müller 1970 daran schuld war, dass ein Rauhaardackel an die Zimmerdecke flog: Es gehört zu den prägendsten Kindheisterinnerungen von Millionen von Deutschen, in welchen Lebensumständen und mit welchen Leidenschaften sie die dramatischen WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft erlebt haben. Die Autoren dieser von Oliver Thomas Domzalski und Frank Goosen herausgegebenen Anthologie lassen in literarischen und kabarettistischen Erzählungen die Atmosphäre vergangener Weltmeisterschaften wieder erstehen – vom ganz persönlichen »Spiel des Jahrhunderts« bis zu den Kindheitserlebnisse mit sinnlos herumgrölenden Erwachsenen und dem eigenen begeisterten Mitfiebern. Mit Originalgeschichten von Thomas Brussig, Christian Eichler, Frank Schulz, Manfred Breuckmann, Klaus Modick, Jess Jochimsen, Dieter Nuhr, Jule Vollmer, Carola Roenneburg, Dagmar Leupold, Steffen Kopetzky, Fritz Eckenga, Matti Lieske, Rainer Moritz, Bernd Müllender, Hajo Steiner und Frank Goosen.

Pokorny lacht (2003)

Friedrich Pokorny hat das gnadenlose Talent zum Entertainer. Sein Inneres ist durch einen Schutzwall aus Witzen gegen alle Zumutungen des Lebens geschützt. Nahezu täglich steht er als Entertainer auf der Bühne und verdient bei dem Kampf gegen seine selbstgewählte Einsamkeit auch noch gutes Geld. Ein Brief aus der Vergangenheit reißt die schützenden Dämme ein. Thomas Zacher, Pokornys Freund aus Schul- und Jugendjahren, ist wieder in der Stadt und lädt zum Abendessen ein. Pokorny wird überschwemmt von schmerzhaften Erinnerungen, die vor allem um Ellen kreisen. Sie war die große, die einzige Liebe von Pokorny und Zacher, bis über den Tag hinaus, an dem die beiden sie in den Tod trieben.

Frank Goosen gelingt es, in dieser intimen Geschichte hinter die glatte Fassade einer Freundschaft zu blicken, die, schwankend zwischen Rivalität und Treue, das ganze Leben der beiden Freunde bestimmt. Mit genauem Gespür für ernste und erheiternde Zwischentöne zeichnet Frank Goosen wie nebenbei das Porträt eines Mannes, der sich vor dem Ernst des Lebens in die Spaßgesellschaft geflüchtet hat.

liegen lernen (2001)

"Und dennoch hat Goosen einen ganz wundervollen Roman geschrieben. Der sentimental ist, ohne peinlich zu sein, der trotz seiner Alltäglichkeit spannend ist und anrührend, dem es gelingt die Freuden und Leiden der sexuellen Initiation, die Melancholie, Tristesse und Apathie dieser Jahre in einer Wahrhaftigkeit abzukonterfeien, dass einem Leser, dessen Adoleszenz ebenfalls in diese Zeit fiel, ganz warm ums Herz wird." (Rolling Stone)

"Mit einem liebevoll ironischen, oftmals sentimentalen und immer präzisen Blick auf seine Generation beschreibt Goosen die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und die Höhen und Tiefen der ersten Liebe des 16-jährigen Helmut in den 80er-Jahren — einer Zeit, in der man händeringend suchen musste, wogegen man sich denn nun auflehnen könnte. Zum Schreien witzig, zum Weinen schön." (Focus)