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Frank Goosen //

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Plakat mit Flasche

Premiere von "Förster, mein Förster". Ein angemessener Rahmen! Danke Dirk!

Gewinnen, nicht genießen

Ich weiß, diese Kolumne aus dem Kicker von letzter Woche ist mittlerweile überholt, soll hier aber nicht verschwiegen werden. Außerdem können wir uns den Text in der nächsten Saison vielleicht auf Wiedervorlage legen. Die Haltung, dass es richtig ist, auch gegen den FC Bayern keine Angst zu haben und auf Sieg zu spielen, bleibt.

Folgende Situation: Du bist Anhänger eines vergleichsweise kleinen Vereins, der seit einigen Jahren in der zweiten Liga vor sich hin dümpelt, jetzt aber wieder ein bisschen nach oben schauen darf, was sich nicht zuletzt darin äußert, dass er das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht hat. In welchem ihm jedoch ein gewisser FC Bayern München als Gegner zugelost worden ist. Landauf landab wird dir jetzt verbal das Köpfchen getätschelt: „Mensch, das ist ja toll, dass ihr mal gegen die Bayern spielen dürft! Meint ihr denn, ihr kriegt es hin, dass es nicht zweistellig wird?“

Herrje, natürlich ist es wahrscheinlich, dass der VfL Bochum gegen den FC Bayern verliert, aber ein Bochumer Autor (ich glaube, ich war es selbst), hat mal gesagt: Auf wahrscheinlich ist geschissen! Wie wahrscheinlich war es, dass die Rasselbande namens Handball-Nationalmannschaft in diesem Jahr Europameister wird? Mit sieben Toren Vorsprung im Finale! Wie wahrscheinlich war es, dass Angelique Kerber die Weltranglistenerste in einem Grand-Slam-Finale besiegt? Wahrscheinlich ist das Tatsächlich der Mutlosen.

Als kleiner Verein solltest du prinzipiell eine große Klappe haben. Zum einen, damit man dich überhaupt wahrnimmt. Zum anderen, weil du vielleicht neunundneunzig Mal unrecht hast, aber dieses eine Mal, wo du sagen kannst: Hab ich doch vorher schon gesagt, mit Geld nicht zu bezahlen ist. Als Tattergreis kannst du noch deinen Ur-Enkeln erzählen: Dass wir die Bayern weghauen, habe ich vorher schon gewusst!

Vor ein paar Jahren hat mir ein Freund eine Kiste mit alten VfL-Devotionalien geschenkt: alte Wimpel, Plakate, DVDs - und ein Packen Zeitungsausschnitte aus dem Jahr 1974. Auch damals stand ein Spiel gegen den FC Bayern an, in der Bundesliga. „Gegen die halbe Nationalmannschaft -Wie soll der VfL da Favorit sein?“, fragte bang das Bochumer Lokalblatt vor dem Match. Nur eine Seite musste ich umblättern bis zur nächsten Schlagzeile: „3:0 - Bochum fegte die Bayern vom Platz!“ Die BILD schrieb: „Und die Bayern wurden ausgelacht!“ oder auch: „Sie guckten wie die Osterhasen.“ Es ist also weder gesetzlich verboten noch physikalisch unmöglich, den FC Bayern zu schlagen. Zwei Tage später bat Udo Lattek in München um seine Entlassung! Wollte wohl Trainer in Bochum werden, aber dort war man mit Heinz Höher gerade exzellent aufgestellt.

Der Gipfel der Herablassung ist es doch, wenn einem vor so einem Spiel auch noch gesagt wird: „Genieß es einfach!“ Hat euer Vater das zu euch gesagt, bevor er euch übers Knie gelegt hat? Angelique Kerber hat man das vor dem Spiel gegen Serena Williams auch geraten. Ihre Antwort: „Genießen? Ich will das Ding gewinnen!“

Nächste Woche könnt ihr uns wieder auslachen. Aber nur wahrscheinlich.

Nachtrag: Gelacht hat dann niemand. Jedenfalls nicht über uns.

Hipsters? Hamsters!

Klare Ansage in Berlin:

Der Haken an dem Haken

Im Hotel ist gestern erstmal der Garderobenhaken aus der Wand gefallen, als ich meine Jacke drangehängt habe. Das ist wohl schon mal jemandem passiert. Der hat dann den Haken mit Klopapier umwickelt und wieder ins Loch gesteckt. Schön, wenn man handwerklich begabt ist. Meine Frau meint, man könne das auch mit Zahnpasta statt mit Klopapier machen. Stelle fest, dass meine Tube fast leer ist.