Seite wird geladen

Frank Goosen //

Blog

Zu den Inhalten

Was sagt Walter White dazu?

Volker Beck hat angeblich Crystal Meth genommen, die Zeitung mit den vier großen Buchstaben macht daraus: "Grüner mit Hitler-Droge erwischt!" Heißt das, die Grünen streben nach der Weltherrschaft? Oder die Schwulen? Oder nur die schwulen Grünen? Vor allem aber: Was sagt Walter White dazu?

In der Kundentoilette eines Einkaufszentrums an der Frankfurter Zeil lese ich über einem Anschluss das schöne, fast vergessene Wort "Brauchwasser". Verwendet man viel zu selten. Man könnte die Spartaste an modernen Toilettenspülungen doch "Brauchwasserbegrenzer" nennen.

Auf dem Klorollenhalter in meinem Hotel steht "Fühlen Sie sich jünger als Sie sind". Allerdings ohne Satzzeichen. Ich weiß also nicht, ob das eine Frage, eine Aussage oder eine Aufforderung ist. Der Teppich ist goldfarben und riecht ein bisschen so, als habe gerade jemand gekifft. Dieses Gefühl verliert sich, wenn man länger im Zimmer ist. Ich merke aber, das ich schon seit einiger Zeit grundlos grinse. Auch hier die Frage, was Walter White davon halten würde. Den Typen von Los Pollos Hermanos hatte er irgendwann aus dem Kopf, aber die Teppichhändler von Albuquerque wahrscheinlich nicht mal auf der Rechnung.

Walter White ist jetzt Dalton Trumbo, sieht aber auch ein bisschen aus wie Robert Crumb. Schlimm, was man so zusammendenkt, wenn einem langweilig ist.

Wagen hält - Nimm das da weg!

Der Hund von Salma Hayek ist tot. Der Hund hieß Mozart. Ein Nachbar hatte kämpfende Hunde in seiner Garage gehört und einen Schuss abgegeben. Die Frau des Nachbarn meint, es versetze sie in Schock, „dass wir einen Hund getötet haben, der einer so bekannten Person gehört.“ Wenige, kurze Sätze, aber darin steckt unsere ganze Welt.

Mittags sitze ich in zwei verschiedenen Straßenbahnen. Frage: Welchem Schild würden Sie eher vertrauen?

In Frankfurt transportieren ein Mann und eine Frau eine lange Rolle PVC-Bodenbelag in der Straßenbahn-Linie 11 nach Fechenheim. Zwei Haltestellen nachdem sie ausgestiegen sind, schreit vorne ein Betrunkener mit Bierdose in der Hand: „Nimm das da weg! Nimm das da weg!“ Er prügelt sich fast mit einem anderen Mann, der keine Bierdose hat. Der Straßenbahnfahrer kommt dazu und wirft den Bierdosen-Mann aus der Bahn. Also, er wirft ihn nicht, er schubst ihn mehr. Das alles hat kaum zwei Minuten gedauert. Trotzdem müssen wir deswegen alle an der nächsten Haltestelle aussteigen. Die Bahn fährt heute nicht nach Fechenheim. Warum?

Großartige Bilder!

Im ICE nach Freiburg versuche ich, zu Hause anzurufen und denke gleichzeitig: Worüber könnte man mal wieder was schreiben? Irgendwas über die Tücke des Alltags oder so, kommt ja immer gut, und dann denke ich: Über originelle Anrufbeantworter-Sprüche müsste man sich mal aufregen. Das ist ja nicht zum Aushalten, wenn die Leute sich bemühen, auf ihrem AB witzig zu sein. Vor allem, wenn die im Haushalten wohnhaften Kinder mit einbezogen werden. Das soll niedlich sein, ist mir aber immer peinlich, dieses zur Schau gestellte Glück. Hat ja auch oft was Demonstratives: Hört her, unsere Kinder werden in alles einbezogen, dürfen sogar den AB mitbesprechen. Das dauert dann gerne mal eine ganze Minute, bis der Nachwuchs sich den Text zurecht gekichert hat. Schlimm.

In der ersten Halbzeit des Spiel Fortuna Düsseldorf-VfL Bochum bindet sich der Bochumer Spieler Losilla die Schuhe zu. „Großartige Bilder!“ meint der Kommentar dazu. Ein Mann bindet seine Schuhe. Wo kriegt man das heute noch zu sehen!

Das Spiel endet erfreulich. Ich rufe zu Hause an. Es meldet sich die automatische Ansage. Geht doch!

Und einer hat wieder die Augen zu