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Frank Goosen //

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Stammelnde Trikots

Dritter Tag EM, und so richtig läuft der Motor noch nicht. Also bei mir. Von den gestrigen drei Spielen jeweils nur die zweite Halbzeit gesehen. Was ist da los? Nun, das bringt am besten ein Fundstück auf den Punkt, das ein Freund von mir bei Facebook gepostet hat: „Habe im Supermarkt nur Sachen eingekauft, die nicht mit Fußball beworben wurden. Zum Mittagessen gibt es heute Klobürste mit Olivenöl.“ Das stimmt, die drehen alle durch. Da hängen dann in dem Riesensupermarkt in Hofstede, dessen Namen ich mir nicht merken kann, zwei Trikots von der Decke, auf denen es hinten drauf stammelt: „Allez zusammen 16 Paris.“ Ich lehne ja Kulturpessimismus im Prinzip ab, aber manchmal…

Seltsam still im Café Dahlbusch

Es war seltsam still im Café Dahlbusch, aber irgendwann sagte Fränge, dass es doch nun erstmal reiche. Ungewohnt schwach entgegnete Brocki, der Fränge sonst liebend gern in die Parade fuhr, dass das nun mal der Lauf der Welt sei, worauf Fränge wiederum meinte, vielleicht habe es nur noch keiner so richtig versucht. Im Radio hätte jetzt so etwas wie Ashes to Ashes laufen müssen, aber stattdessen lief Valerie von Steve Winwood.

„Ist doch klar“, sagte Brocki, „dass jetzt nach und nach die abtreten, die in unserer Kindheit und Jugend groß waren.“

„Ach, aber so viele in so kurzer Zeit?“

„Das täuscht“, sagte Brocki, aber er klang nicht wirklich überzeugt.

Dann schwiegen sie wieder alle, und Förster dachte, dass es schon komisch war, so sehr um Menschen zu trauern, die man gar nicht persönlich gekannt hatte. Weder Lemmy Kilmister noch David Bowie, Prince oder Muhammad Ali (nicht zu vergessen Doris Roberts, die die Sekretärin in „Remington Steele“ gespielt hat) waren ihm je über den Weg gelaufen, aber jetzt, wo sie tot waren, hatte er den Eindruck, nahe Verwandte verloren zu haben. Albern, aber wahr.

„Zur Zeit werden wir alle paar Wochen zu Waisen“, sagte Fränge, und auch wenn das schwer übertrieben war, blieb es weiter seltsam still im Café Dahlbusch.

Hirsch

Wenn du denkst, du hast schon alles erlebt, musst du zum Beispiel nach Langenberg. Da fragen sie dich zum Beispiel, was deine Omma dir zum Geburtstag geschenkt hat oder warum dein Verein nicht aufgestiegen ist. Toll, wenn man sich für das Werk eines Autors so richtig interessiert. Und die Garderobe habe ich mir mit einem Hirsch geteilt.

Ordnung am Arbeitsplatz

Die hier behauptete Ordnung am Arbeitsplatz täuscht! Gestern im Kulturgut Eltzhof in Köln-Wahn zum ersten Mal seit letzten November mal wieder „Durst und Heimweh“ gemacht. Vormittags alles noch mal ausgedruckt. Dachte ich jedenfalls. In der Pause der Schock: Wo ist Dänemark? Die Geschichte über den Familienurlaub 2014 war weg. Aber die Verena machte mir einen Hotspot auf, und die Elena brachte mir den Text rechtzeitig auf die Bühne. Alles wurde gut. Hinterher durfte ich einen Mitgliedausweis vom BVB signieren. Als Ausgleich aber auch einen vom VfL. Der Herr, der einen vom FC Köln hatte, wollte nicht.